ERNÄHRUNGSRATGEBER

Leberkrebs ernährungsratgeber

“Rund um die Ernährung”

Sie werden momentan vermutlich an viele Dinge denken und "Diät" wird dabei nicht unbedingt auf Ihrer Aufgabenliste stehen. Guter Appetit wird als Zeichen dafür gesehen, dass es Ihnen gut geht. Appetitlosigkeit hingegen, ist möglicherweise ein Auslöser von Stress. Leberkrebs kann den Fluss von Gallensaft und anderen Verdauungsenzymen stören. Dies beeinträchtigt die Verdauung und verursacht körperliches Unwohlsein. Die Leber kann geschwollen oder vergrößert sein, was zu einem Druckgefühl auf Magen oder Darm führen kann. Die Folge sind ein schnelles Völlegefühl bzw. Appetitlosigkeit. Die folgenden Informationen zielen darauf ab, Sie bei der Optimierung Ihrer Ernährung zu unterstützen. Da jeder Mensch anders ist, können Sie das herausziehen, was für Sie persönlich relevant und nützlich ist.

Ist es gerade jetzt wichtig, Ihre Ernährungssituation zu unterstützen?

Wenn es Veränderungen gibt, die Sie in Ihrer Ernährung problemlos umsetzen können – warum nicht einfach ausprobieren? Vielleicht finden Sie heraus, dass selbst kleine Linderungen der Symptome, die mit Ihrer Krankheit einhergehen, dazu führen, dass Sie sich insgesamt besser fühlen.

Eine Mangelernährung kann die Nebenwirkungen von Behandlungen wie Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie verschlimmern. Ihre Krebserkrankung allein kann die folgenden Symptome bereits verursachen. Durch eine mangelhafte Ernährung können sich diese jedoch noch verschlimmern.

Anzeichen von Mangelernährung

  • Müdigkeit und Lethargie
  • Häufige Krankheiten und Infektionen
  • Langsame Wundheilung
  • Probleme, warm zu bleiben
  • Fehlende Kraft und wenig Energie, wenn es um normale tägliche Aktivitäten geht
  • Veränderungen von Haut und Nägeln
  • Appetitlosigkeit
  • Niedergeschlagenheit und schlechte Konzentrationsfähigkeit

Kleine Veränderungen im Hinblick auf Verhalten, soziales Umfeld und Umgebung: Zur Appetitanregung und Gewichtszunahme – falls erforderlich

1Wenig und häufig essen. Das klingt vielleich etwas reglementiert, bedeutet aber in Wirklichkeit, wann und so oft Sie möchten. Wenn Sie Ihr Müsli beispielsweise später am Abend essen möchten oder einen Joghurt zur Hauptmahlzeit – warum nicht?

2Was bedeutet "wenig und oft essen"? Im Idealfall sind das drei kleine Mahlzeiten und drei Snacks pro Tag. Versuchen Sie, keine langen Pausen zwischen den Mahlzeiten einzulegen und essen Sie Kleinigkeiten – selbst wenn es nur ein paar Bissen alle zwei oder drei Stunden sind. Vergessen Sie dabei nicht, schlückchenweise zu trinken.

3Versuchen Sie, der Küche fernzubleiben, da Küchendüfte Ihren Appetit beeinträchtigen können. Wenn Sie sich selbst verpflegen, ist es in Ordnung, häufiger auswärts zu essen oder Fertigmahlzeiten zu verwenden.

4Aus einer langen Liste von Essensvorschlägen auszuwählen, kann Sie vom Essen abhalten. Hilfreich ist möglicherweise, eine kleine Liste zu haben, aus der Ihre Familie auswählen kann, ohne Sie fragen zu müssen.

5Essen Sie, wenn Sie sich gut fühlen. Bei Müdigkeit kann Essen Gefühle von Übelkeit und Appetitlosigkeit verstärken. Denken Sie daran, dass uns Essen mit Energie versorgt. Wenn Sie also häufig müde sind, nehmen Sie nur wenige Bissen zu sich. Möglicherweise stellen Sie fest, dass es besser ist, später zu essen.

6Verwenden Sie kleine Teller und nehmen Sie kleine Portionen. Zwei oder drei Bissen sind produktiver, als sich zu zwingen, eine ganze Mahlzeit einzunehmen und später nichts mehr essen zu können.

7Es kann sein, dass Sie Ihre bevorzugten Speisen nicht mehr mögen. Daher ist es möglicherweise einfacher, sich auf schlichte Gerichte wie Nudeln mit Käse, Hühnersuppe, Joghurts oder Desserts zu beschränken.

8Zeit für schönes Wetter: Versuchen Sie, wenn möglich, vor dem Essen an die frische Luft zu gehen.

Zeit für Snacks

Meiden Sie fett- oder kalorienreduzierte Speisen. Sollten Sie wegen eines hohen Cholesterinspiegels, Diabetes, Leber- oder Nierenerkrankungen eine Spezialdiät einhalten müssen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Diätarzt. Er kann Sie individuell beraten. Regelmäßige Snacks können im Vergleich zu normalen warmen Mahlzeiten genauso nahrhaft sein und ihre Zubereitung ist leichter zu bewältigen.

Süße Snacks

  • Milchbrötchen mit Marmelade, Butter und Milchkaffee
  • Milchkaffee mit einem Stück Kuchen
  • Heiße Schokolade und Toast mit Butter und Marmelade
  • Ein Schokoriegel mit Milchkaffee
  • Biskuit mit Vollfett-Creme
  • Cremejoghurt und ein Glas Fruchtsaft
  • Milchreis mit Früchten
  • Muffin oder Müsliriegel
  • Früchtekompott, zerkleinerte Früchte oder Konservenobst mit Cremejoghurt
  • Nahrhaftes Getränk oder Milchshake
  • Proteinangereicherte Eiscreme
  • Pfannkuchen mit einem Glas Milch

Herzhafte Snacks

  • Eine kleine Schale Müsli mit Milch
  • 2 einfache verdauungsfördernde Biskuits
  • Eine Handvoll Nüsse – alle, die Sie mögen
  • Eine Packung Rosinen oder eine Handvoll Feigen oder Datteln
  • Reiswaffeln oder Cracker mit Käse, Erdnussbutter oder Pastete
  • Milchkaffee mit Käse auf Toast oder Bohnen, Rührei oder Erdnussbutter
  • Sandwich mit Ei oder Thunfisch mit Mayonnaise
  • Eine Schale Linsen-, Bohnen- oder Cremesuppe mit 2 Scheiben Brot mit Butter

Wie könnten die Mahlzeiten eines Tages aussehen?

Mahlzeit Wenig und oft essen und Extrakalorien aufnehmen Einfache, aber gesunde, ausgewogene Ernährung
Frühstück 1 Schale Haferbrei mit angereicherter Milch mit etwas Honig oder Zuckersirup Oder Vollfett-Joghurt mit Beeren, Honig und etwas Hafer 1 Glas Fruchtsaft 1 Portion Früchte, falls möglich, Milchkaffee mit angereicherter Milch oder ein Milchshake 1 Schale Haferbrei mit fettarmer Milch. Gemahlenen Leinsamen hinzugeben 1 Glas Fruchtsaft 1 Portion Früchte, z. B. eine Handvoll Heidelbeeren, 1 Mandarine Ein Becher Kaffee/Tee/Wasser
Vormittagssnack Ein Becher Cremejoghurt und ein zerkleinerter Apfel oder Apfelkompott Tee/Kaffe oder ein nahrhaftes Getränk Eine Portion Früchte oder fettarmer Joghurt Warmes oder kaltes Getränk
Mittagessen/Hauptmahlzeit Geschmortes Huhn mit Kartoffeln und Tiefkühlgemüse Dessert: Milchreis mit Rosinen und Konfitüre Mit Kartoffelbrei überbackenes Lammhackfleisch mit Pilzen, Möhren und Erbsen Dessert: Früchte oder fettarmer Joghurt oder fettarme Vanillesauce
Nachmittäglicher Snack Gehaltvolle Suppe mit Crackern und Käse Eine kleine Handvoll Nüsse oder eine Portion Früchte, Warmes oder kaltes Getränk
Abendessen Rühreier, die mit angereicherter Milch gemacht werden. Für den Geschmack Butter oder Crème fraîche dazugeben. Mit gegrillten Tomaten, gebackenen Bohnen + 2 Toastscheiben, die ganze Mahlzeit essen, falls möglich Kuchen und Vanillesauce mit zerkleinerter Banane Gebackene Bohnen oder Rühreier auf Toast mit gegrillten Tomaten, Wasser zur Mahlzeit und ein anderes warmes oder kaltes Getränk
Später Snack/Nachtmahl Eine kleine Schale mit Müsli und warmes Milchgetränk 1 Portion Früchte mit zuckerfreiem Gelee oder fettarmer Joghurt, Warmes oder kaltes Getränk

Anreichern Ihrer Nahrung

Falls Sie Ihre Nahrung anreichern müssen, um Ihre Gewichtszunahme zu unterstützen, sollten Sie die professionelle Hilfe eines Diätarztes in Anspruch nehmen. Hier ein paar nützliche Hinweise für den Anfang.

Das Anreichern Ihrer Nahrung beinhaltet das Hinzufügen von kleinen Mengen alltäglicher Nahrungsmittel, wie z. B. Crème fraîche, entrahmtes Milchpulver oder Butter oder Zucker zu einer Speise oder einem Getränk, damit jede Portion, die Sie zu sich nehmen, mehr Kalorien enthält, als dies normalerweise der Fall ist.

Tipps zu angereicherten Getränken

  • Verwenden Sie Vollfettmilch
  • Verwenden Sie Doppelrahm-Schlagsahne
  • Verwenden Sie angereicherte Milch und entrahmtes Milchpulver, um zusätzliche Nahrung bereitzustellen
  • Versuchen Sie, jeden Tag 2 angereicherte Getränke zu sich zu nehmen. Dies ist besonders wichtig, falls Sie kurz zuvor rezeptpflichtige Nahrungsergänzungsmittel zu sich genommen haben
  • 4 Esslöffel getrocknetes, entrahmtes Milchpulver
  • 600 ml Vollfettmilch
  • Das Milchpulver in die Milch einrühren. Im Kühlschank aufbewahren und bei warmen Getränken, Saucen, Puddings oder im Müsli verwenden.
  • 200 ml Vollfettmilch
  • 2 gehäufte Esslöffel getrocknetes Milchpulver
  • Milchshake-Pulver für den Geschmack
  • Mit Quirl oder Gabel vermischen

    Für zwei Portionen:

  • 150 ml Milch
  • 1 gehäufter Esslöffel Milchpulver
  • 1 Becher Cremejoghurt
  • Mit Quirl oder Gabel vermischen

    Für zwei Portionen:

  • 300 ml Milch
  • 1 gehäufter Esslöffel Milchpulver
  • 1 Becher Cremejoghurt
  • 10 Erdbeeren oder 1 Banane (oder Früchte nach Wahl)
  • Alle Zutaten pürieren
  • 200 ml Milch
  • 1 Paket Fertigsuppe
  • 1 gehäufter Esslöffel Milchpulver
  • Heißes Wasser hinzugeben und wie gewohnt zubereiten
  • 150 ml Milch
  • 1 Esslöffel Milchpulver
  • 1 Teelöffel Kaffeepulver
  • Mit 2 Esslöffeln Schlagsahne mischen
  • 150 ml Milch
  • 1 gehäufter Esslöffel Milchpulver
  • 3 Esslöffel heiße Schokolade
  • 2 Esslöffel Schlagsahne
Leberkrebs ernährungsratgeber diagramm
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Ihr Ernährungsplan

  • Fette: Wählen Sie gesunde Fette, wie z. B. Leinsamenöl, Walnussöl, Olivenöl oder Rapsöl zum Kochen und für Salatdressings.
  • Milchprodukte: Drei Portionen jeden Tag, wie z. B. Käse, Milch, Joghurt. Falls Sie es bevorzugen, können Sie auch laktosefreie Milch und Joghurts verwenden.
  • Kohlenhydrate: Beziehen Sie in jede Ihrer 3 Hauptmahlzeiten z. B. 2 Scheiben Brot, 1 Schale Müsli, 1 mittelgroße oder 2 kleine Kartoffeln, 1 Tasse gekochte Nudeln oder Reis ein. Oder jedes Mal etwas davon, wenn Sie einen Snack zu sich nehmen.
  • Obst und Gemüse: Versuchen Sie, diese täglich zu essen, falls möglich 5 Portionen.
  • Obst Gemüse
    • 1 mittelgroße Frucht
    • 2 oder 3 Esslöffel Obstsalat
    • 3 Ananasringe
    • 6 oder 8 Erdbeeren oder Weintrauben
    • 2 kleine Fruchtstücke oder Früchte wie z. B. Pflaumen, Kiwis
    • 2 Esslöffel rohes Gemüse, Tiefkühlgemüse, gekochtes oder Dosengemüse
    • 1 kleine Schale mit Salat
  • Proteinhaltige Nahrungsmittel in wenigstens 2-3 Ihrer Mahlzeiten oder Snacks jeden Tag.
  • Portionen für Hauptmahlzeiten Portionen für Snacks
    • 50-100 g Rind-, Schweine- oder Lammfleisch
    • 50-100 g Huhn oder Truthahn
    • 50-100 g ölhaltiger Fisch (Forelle, Hering, Lachs, Sardinen, Makrele)
    • 50-100 g weißer Fisch
    • 75-100 g Quorn (Fleischersatz)
    • 75-100 g Tofu
    • 1 Scheibe gekochtes Rind-, Schweine- oder Lammfleisch
    • 1 dicke Scheibe gekochtes Huhn- oder Truthahnfleisch
    • 1 kleine Dose Fisch
    • 1-2 Eier
    • 3 Esslöffel Bohnen oder Linsen
    • 2 Esslöffel Erdnussbutter oder Nüsse
  • Getränke: 6 bis 8 Gläser oder Tassen Flüssigkeit jeden Tag. Dies beinhaltet alle Arten von Getränken, wie z. B. Wasser, Kräutertees, Tee und Kaffee, Fruchtsäfte und Milchshakes.